Potsdam - „Stadtleben – Erlebnisraum Straße“
Oberzentrum | Berliner Umland
Bevölkerungsstand 185.750 (Sept. 2023; Amt für Statistik Berlin-Brandenburg)
Bevölkerung überdurchschnittlich wachsend (2013-2018)
Zukunftsthemen
- Klimawandel
- Digitalisierung
- Gemeinwohl
Zukunftsthemen
- Klimawandel
- Digitalisierung
- Gemeinwohl
Potsdamer Innenstadt als Reallabor
Die Stadtverordneten Potsdams beschlossen im Mai 2023 das Konzept „Innenstadt – Straßenräume neu denken!“, um mehr Raum für alle zu schaffen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Rund 500 Stellplätze sollen künftig anders genutzt werden. Im Modellvorhaben testete Potsdam auf dieser Grundlage neue Ansätze für mehr Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Verkehrsberuhigung. Kern war die Dortustraße, wo von März 2024 bis Frühjahr 2025 ein verkehrsberuhigter Bereich entstand. Maßnahmen wie Pflanzbeete und Baumpflanzungen adressierten Klimaresilienz und Umweltqualität.
Dortustraße als Modellversuch – Mit Aktionen vor Ort Wirkung zeigen
Eine neue Verkehrsführung, weniger Parkflächen sowie Hochbeete und Sitzgelegenheiten verbesserten spürbar die Aufenthaltsqualitäten. Neben digitalen Umfragen im Dezember 2024 gab es Workshops und Stadtspaziergänge. Kinder- und Jugendworkshops nutzten die Software „Remix Streets“. Besonders wirksam waren aufsuchende Beteiligung und persönliche Ansprache – reine Online-Kommunikation erreichte viele nicht.
Das Projekt zeigt: Beteiligung gelingt, wenn sie niedrigschwellig, sichtbar und kontinuierlich erfolgt. Unterschiedliche Interessen zwischen Anwohnenden, Besuchenden und Gewerbetreibenden führten zu Konflikten, die berücksichtigt werden mussten. Häufig wurde der Wunsch nach einem neutralen „Kümmerer“ oder Citymanager geäußert, der Verwaltung, Gewerbe und Anwohnende vernetzt.
Fazit und Perspektiven
Im März 2025 wurde die Verkehrsberuhigung dauerhaft: Der nördliche Abschnitt bleibt Tempo-20- Zone mit Parkverbot, der südliche Teil wird autofrei. Positive Rückmeldungen wie „entspannt“ oder „nachbarschaftlich“ standen harter Kritik gegenüber – Sorge um wirtschaftliche Einbußen oder eingeschränkte Erreichbarkeit. Dies erforderte eine sorgfältige Planung von Ersatzparkflächen, Lieferzonen und Verkehrsführung. Klar wurde: Frühzeitige Kommunikation ist entscheidend für die Akzeptanz. Das Realexperiment „#makerstreet: Die Straße gehört dir“ zeigte mit langer Tafel, Kultur- und Sportangeboten, wie lebendige und attraktive autofreie Straßen neue Impulse für die Nutzung öffentlicher Räume setzen können. Es zog viele Menschen in die Innenstadt, sensibilisierte für nachhaltige Mobilität ohne zu belehren und lud zum Mitgestalten ein.
Bewährt haben sich offene, schrittweise Beteiligungsprozesse mit analogen und digitalen Formaten. Die Ergebnisse sollen zeitnah umgesetzt und verstetigt werden, um Akzeptanz, Vertrauen und Klimaschutzziele zu sichern. Verzögerungen könnten Frustration und Rückzug aus dem Dialog verursachen. Das Modellprojekt liefert zudem wichtige Erkenntnisse für das neue Straßenraumgestaltungskonzept, das ab Sommer 2025 mit weiteren Online-Beteiligungen und Workshops auf andere Innenstadtbereiche übertragen wurde. Messbar war eine Verdoppelung des Fuß- und Radverkehrs sowie eine Reduzierung des Autoverkehrs. Radfahrende nutzten die Straßen stärker, da sie sicherer wirkten. Potsdam zeigt, dass ein autoärmeres Innenstadtmodell mit mehr Raum für Begegnung und Grün möglich ist – wenn es durch transparente Prozesse, sichtbare Verbesserungen und Moderation begleitet wird.
Das Urteil der Jury: „Mutig sein“
Das sehr konkrete, innovative Reallabor, das sich einem herausfordernden Stadtraum annimmt, konnte die Jury überzeugen. Unterstrichen hat die Jury auch den für Potsdam gut passenden ergebnisoffenen Modellcharakter des Vorhabens für „Meine Stadt der Zukunft“, das sich vorbildlich in der Innenstadt mit Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum und Flächenneuaufteilung auseinandersetzen will. Die Jury hat positiv hervorgehoben, dass es im Rahmen des Modellvorhabens bereits in die Umsetzungsphase geht und große Lerneffekte für die Verstetigung zu erwarten sind. Zudem besteht eine gute Einbettung in gesamtstädtische Strategien und auch das Thema Digitalisierung wird durch die geplante Anwendung von Augmented und Virtual Reality gut abgebildet.
Potsdamer Innenstadt als Reallabor
Die Stadtverordneten Potsdams beschlossen im Mai 2023 das Konzept „Innenstadt – Straßenräume neu denken!“, um mehr Raum für alle zu schaffen und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Rund 500 Stellplätze sollen künftig anders genutzt werden. Im Modellvorhaben testete Potsdam auf dieser Grundlage neue Ansätze für mehr Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Verkehrsberuhigung. Kern war die Dortustraße, wo von März 2024 bis Frühjahr 2025 ein verkehrsberuhigter Bereich entstand. Maßnahmen wie Pflanzbeete und Baumpflanzungen adressierten Klimaresilienz und Umweltqualität.
Dortustraße als Modellversuch – Mit Aktionen vor Ort Wirkung zeigen
Eine neue Verkehrsführung, weniger Parkflächen sowie Hochbeete und Sitzgelegenheiten verbesserten spürbar die Aufenthaltsqualitäten. Neben digitalen Umfragen im Dezember 2024 gab es Workshops und Stadtspaziergänge. Kinder- und Jugendworkshops nutzten die Software „Remix Streets“. Besonders wirksam waren aufsuchende Beteiligung und persönliche Ansprache – reine Online-Kommunikation erreichte viele nicht.
Das Projekt zeigt: Beteiligung gelingt, wenn sie niedrigschwellig, sichtbar und kontinuierlich erfolgt. Unterschiedliche Interessen zwischen Anwohnenden, Besuchenden und Gewerbetreibenden führten zu Konflikten, die berücksichtigt werden mussten. Häufig wurde der Wunsch nach einem neutralen „Kümmerer“ oder Citymanager geäußert, der Verwaltung, Gewerbe und Anwohnende vernetzt.
Fazit und Perspektiven
Im März 2025 wurde die Verkehrsberuhigung dauerhaft: Der nördliche Abschnitt bleibt Tempo-20- Zone mit Parkverbot, der südliche Teil wird autofrei. Positive Rückmeldungen wie „entspannt“ oder „nachbarschaftlich“ standen harter Kritik gegenüber – Sorge um wirtschaftliche Einbußen oder eingeschränkte Erreichbarkeit. Dies erforderte eine sorgfältige Planung von Ersatzparkflächen, Lieferzonen und Verkehrsführung. Klar wurde: Frühzeitige Kommunikation ist entscheidend für die Akzeptanz. Das Realexperiment „#makerstreet: Die Straße gehört dir“ zeigte mit langer Tafel, Kultur- und Sportangeboten, wie lebendige und attraktive autofreie Straßen neue Impulse für die Nutzung öffentlicher Räume setzen können. Es zog viele Menschen in die Innenstadt, sensibilisierte für nachhaltige Mobilität ohne zu belehren und lud zum Mitgestalten ein.
Bewährt haben sich offene, schrittweise Beteiligungsprozesse mit analogen und digitalen Formaten. Die Ergebnisse sollen zeitnah umgesetzt und verstetigt werden, um Akzeptanz, Vertrauen und Klimaschutzziele zu sichern. Verzögerungen könnten Frustration und Rückzug aus dem Dialog verursachen. Das Modellprojekt liefert zudem wichtige Erkenntnisse für das neue Straßenraumgestaltungskonzept, das ab Sommer 2025 mit weiteren Online-Beteiligungen und Workshops auf andere Innenstadtbereiche übertragen wurde. Messbar war eine Verdoppelung des Fuß- und Radverkehrs sowie eine Reduzierung des Autoverkehrs. Radfahrende nutzten die Straßen stärker, da sie sicherer wirkten. Potsdam zeigt, dass ein autoärmeres Innenstadtmodell mit mehr Raum für Begegnung und Grün möglich ist – wenn es durch transparente Prozesse, sichtbare Verbesserungen und Moderation begleitet wird.
Das Urteil der Jury: „Mutig sein“
Das sehr konkrete, innovative Reallabor, das sich einem herausfordernden Stadtraum annimmt, konnte die Jury überzeugen. Unterstrichen hat die Jury auch den für Potsdam gut passenden ergebnisoffenen Modellcharakter des Vorhabens für „Meine Stadt der Zukunft“, das sich vorbildlich in der Innenstadt mit Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum und Flächenneuaufteilung auseinandersetzen will. Die Jury hat positiv hervorgehoben, dass es im Rahmen des Modellvorhabens bereits in die Umsetzungsphase geht und große Lerneffekte für die Verstetigung zu erwarten sind. Zudem besteht eine gute Einbettung in gesamtstädtische Strategien und auch das Thema Digitalisierung wird durch die geplante Anwendung von Augmented und Virtual Reality gut abgebildet.
